Strecke
Schwarzenbach -
(Waldbach) - Sötern
  Die Strecke
verlässt
den Haltepunkt Schwarzenbach und unterquert direkt die L 330 (vormals
B 52, F 52 bzw Staatstraße Hermeskeil -
Türkismühle). Diese Unterquerung der L 330 wurde seit
dem Bau der Hochwaldbahn bereits zum vierten Mal errchichtet.
Zunächst war an diese Stelle ein 1897 mit dem Bau der Bahn
errichteter nicht einmal 100 m langer Tunnel vorhanden. Im Zuge des
zweigleisigen Ausbaus des Abschnittes Nonnweiler -
Türkismühle wurde im Jahre 1911 als Ersatz
für den
abgetragenen
Tunnel eine gemauerte dreibogige Steinbrücke in
Betrieb genommen. Diese Steinbogenbrücke musste als
Kriegsfolge
 Ende der 1940er
Jahre
durch eine provisorische Brücke ersetzt werden. Im Jahre 1962
folgte dann die Inbetriebnahme der noch heute vorhandenen
Betonstraßenbrücke. Im durch die Abtragung des
ursprünglichen Tunnels entstandenen Einschnitt findet man noch
Fundamente und Mauerreste aller drei Vorgängerbauten (Tunnel,
Steinbogenbrücke, Hilfsbrücke). Die entsprechenden
Gleispläne mit Skizzen der Vorläuferbauten finden Sie
hier.
  Die Hochwaldbahn
verläuft, nach dem sie den Einschnitt
verlassen hat, im Wiesengrund. An einem linkerhand gelegenen
Waldstück entlang wird nach einer Rechtskurve, auf die direkt
ein Feldwegübergang folgt, die lange Gerade vor der Siedlung
Waldbach erreicht. Bevor Waldbach durchfahren wird,
zweigte
links der
Anschluss der Dampfziegelei Sötern ab, der in Form einer
Ausweichanschlussstelle (Awanst) errichtet wurde. Betrieblich bedeutet
dies, dass
der
Gleisanschluss so
ausgerüstet
ist, dass sich
die Übergabe dort "einschließen" kann und somit das
Streckengleis geräumt und frei gemeldet werden kann, so dass
nachfolgende Züge nicht auf die Beendigung der Rangierarbeiten
und die Rückkehr der Übergabe in den Bahnhof warten
müssen. Der Gleisplan von 1911/13 zeigt die
Situation mit der
Awanst Dampfziegelei Sötern - die doppelte Kreuzungsweiche hat
zugleich Schutzweichencharakter und ermöglich so das
"Einschließen" der Übergabe - d.h. dass die  Weichen
mittels Schlüsselabhängigkeiten so gegen unbefugtes
Verlegen gesichert sind, dass die Abzweigweiche im Streckengleis nur
dann auf "Abzweig" gestellt verlegt werden kann, wenn vorher die
Kreuzungsweiche so verlegt wurde, dass die Einfahrt in den
Gleisanschluss möglich ist. Im Umkehrschluss ist dann, wenn
die Abzweigweiche in ihrer Grundstellung liegt (d.h. das Verkehren im
Streckengleis ermöglicht), keine Ausfahrt aus dem
Gleisanschluss
  möglich,
da die
Kreuzungsweiche von beiden
Gleisen aus nur den Fahrtweg in Richtung Prellbock ermöglicht.
Wie der Gleisplan weiterhin zeigt, bestand hier vorher der
Gleisanschluss nur aus einem Gleis. Der Ausbau auf zwei Gleise mit
zusätzlicher Weiche ermöglichte das Umsetzen der
Lokomotive, so dass die Rückfahrt nach Sötern nicht
mehr als geschobener Zug angetreten werden musste.
  Direkt nach dem
Gleisanschluss
Dampfziegelei Sötern folgen die
beiden Bahnübergänge. Der erste Bahnübergang
(Bü) sichert die Zufahrt zum Ziegeleigelände,
während der zweite die Straße von Sötern
nach Eisen (weiter nach Birkenfeld) sichert. Ursprünglich
wurden diese beiden Bahnübergänge natürlich
vor Ort bedient. Hierzu war ein Bahnwärterhaus errichtet
worden, wie der Gleisplan zeigt. In den 1980er Jahren wurde von der BD
Saarbrücken eine eigentlich sehr moderne
Bahnübergangssicherungstechnik der Bauform EBÜT 80
errichtet. Diese Anlage sicherte die Landstraße mittels
  Halbschranken und
Lichtzeichenanlage, wärend die Zufahrt zum
Ziegeleigelände (mittlerweile Deponiegelände) mittels
Lichtzeichenanlage gesichert wurde. Das besondere an dieser Anlage war
jedoch, dass man aus Kostengründen die Kabelverlegearbeiten zu
den Einschaltkontakten sowie die Kontake einsparte und stattdessen nur
die Hilfseinschaltkontaktschleifen (HET) direkt vor den
Bahnübergängen einrichtete. Diese Sparversion hatte
zur Folge, dass ausnahmslos jede Zugfahrt zielgenau auf
  der
Kontaktschleife vor dem Bü anhalten musste und eine
Weiterfahrt erst möglich war, nach dem sich die Schranken
geschlossen hatten und dies dem Triebfahrzeugführer per
Lichtzeichen signalisiert wurde. Auch dieses Lichtzeichen war eine
Spezialität der BD Saarbrücken, denn es handelte sich
nicht um ein Blinklichtüberwachungssignal
gemäß Signalbuch
sondern um eine
umfunktionierte
Straßenverkehrsampel mit nur einer weißen Optik.
Eine weitgehend baugleiche Anlage gab es noch in Büchenbeuren.
Nach Passieren dieses
Bahnübergangs verläuft die
Strecke weiter durch Wiesen entlang des Söterbaches und
erreicht nach ca. 700 m den Bahnhof
Sötern.
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